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Allgemeines zum Urlaub

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Allgemeines:

Schweden ist ein sehr dünn besiedeltes Land. Auf einer Fläche deutlich größer als Deutschland, leben dort jedoch nur ca. 8,3 Mio. Einwohner, also ungefähr 1/10 im Vergleich zu Deutschland. Während der äußerste Süden (Skåne) flach ist und wegen des guten Bodens vor allem landwirtschaftlich genutzt wird, herrscht im Rest Schwedens mit seinen großen Wäldern die Forstwirtschaft vor. Das Land ist sehr steinig und daher gibt es neben der Forstwirtschaft nur noch etwas Weideland für Viehhaltung.

Der felsige Untergrund verhindert das der Niederschlag in den Boden eindringt, was zur Bildung der heutigen 95.000 Seen in Schweden geführt hat.
Die Menschen in Schweden sind meist etwas zurückhaltend, was man aber nicht als unhöflich auffassen darf. Beim Betreten eines Hauses zieht man unmittelbar die Schuhe aus. Sie finden daher überall direkt an der Haustür eine Abstellmöglichkeit für die Straßenschuhe.

Die Sprache sollte keine Problem bereiten: mit ein paar Englisch-Kenntnissen kommt man überall weiter, und meist genügt sogar die deutsche Sprache. Deutsch ist an vielen Schulen 2. Fremdsprache, die mehrjährig gelehrt wird. Zudem laufen im schwedischen Fernsehen viele deutsche TV-Serien, die wie alle ausländischen Filme mit Original-Ton, nur mit schwedischem Untertitel versehen. Daher sind die Schweden schon von Kindheit an recht sprachgewandt. Alle Schweden sprechen sich übrigens mit „Du“ und Vornamen an, das „Sie“ ist nur als Anrede für die Königsfamilie gebräulich.

Die Schweden-Krone: In bereits zwei Volksabstimmungen haben sich die Schweden bisher gegen den Euro ausgesprochen (wie man sieht, momentan von Vorteil, denn sie brauchen sich nicht an der finanziellen Unterstützung von schwachen Euro-Ländern wie Griechenland beteiligen).
Sie benötigen also zum Bezahlen meist schwedische Kronen (SEK). Einige spezielle Touristen-Geschäfte akzeptieren auch Euros. Die Krone liegt aktuell im Kurs bei ca. 1:8,75 , d.h. 8,75 Kronen entsprechen etwa einem Euro.
Sie können Kronen bereits in Deutschland tauschen und mitbringen, aber auch bei jeder schwedischen Bank aus dem „Bankomaten“ mittels EC- oder Kreditkarte abheben. Der Höchstbetrag pro Tag liegt meist bei 3.000 Kronen. Die Bedienerführung dieser Geräte erfolgt i.d.R. in mehreren Sprachen (Erkennung durch Karten-Ursprung), ist also völlig problemlos.
Tanken: Da die Schweden bevorzugt bargeldlos zahlen, ist dieses auch beim Tanken üblich (mit Bankkarte, EC-Karte, Kreditkarte usw.), und zwar meist direkt an der Zapfsäule (ohne Personal). Wenn Sie (wie wir) lieber mit Bargeld zahlen, müssen Sie eine Tankstelle finden mit dem Hinweis „KASSA“ (das steht dann über der jeweiligen Zapfsäule).

Ärztliche Versorgung: Hoffentlich nicht benötigt, aber der Hinweis ist doch wichtig: In Schweden gibt es keine (bzw. fast keine) niedergelassenen Ärzte. Alles funktioniert nur über die Krankenhäuser, bzw. deren Außenstationen. Dort sind alle Fachbereiche vertreten, was sehr von Vorteil ist. Das nächstgelegene Krankenhaus befindet sich am Westrand von Värnamo (ca. 25km von Ohs). Wenn Sie von Ohs über Bor nach Värnamo fahren, nehmen Sie die zweite Värnamo-Abfahrt von der Reichsstraße (ist auch überall weiträumig ausgeschildert mit einem roten Kreuz und meist mit dem Zusatz „Lazarett“ oder „Sjukhus“).

Wir haben in den vielen Jahren in Schweden mit den Krankenhäusern sehr gute Erfahrungen gemacht (weitaus bessere als in Deutschland). Das Personal ist sehr freundlich, ruhig, kaum stress-geplagt, spricht teils auch deutsch (es gibt viele deutsche Krankenschwestern, und auch Ärzte).

Sollten Sie noch nicht die europäische Krankenkarte haben ist es von Vorteil, wenn Sie von Ihrer Krankenkasse einen Auslandskrankenschein mitnehmen. Abgesehen von einer kleinen Fix-Gebühr (so etwas wie unsere Ex-Praxis-Gebühr) entstehen in akuten Fällen keine weiteren Kosten, bei stationärer Unterbringung kommt noch ein geringer Tagessatz hinzu (vergleichbar mit Deutschland).


Die folgenden Vorurteile hören wir oft von Deutschen oft in Verbindung mit Schweden:
„Zuviel Regen“ Der schwedische Sommer ist fast immer wunderbar warm und und manchmal dabei leider auch zu trocken (dann wachsen die Pilze nicht so üppig, und wegen Waldbrandgefahr gibt es dann statt Dampf- nur Dieselbetrieb auf unserer Museumsbahn). Nur unser deutsches oft schwül-warmes Wetter finden Sie dort kaum. Und auch wenn es denn einmal regnet, meist folgt unmittelbar danach wieder Sonnenschein.

„Zu teuer“: Früher waren viele Lebensmittel in Schweden tatsächlich weitaus teurer als in Deutschland. Mehrere Abwertungen der Schweden-Krone und vor allem Schwedens Beitritt zur EU haben sich auf die Preise sehr positiv ausgewirkt. Für Einfuhren aus der EU gibt es keine komplizierten, kostentreibenden Abwicklungen mehr und natürlich auch keine Zölle. Gravierende Preisunterschiede werden Sie kaum noch finden. Und bedenken Sie auch, das es in Schweden nicht die Massenproduktion gibt wie z.B. bei deutschem Fleisch, was sich auf die Qualität sehr positiv auswirkt. Die Milch kommt aus „Öppna Landskap“, weil die Bauern die Tiere vom Frühjahr bis zum Herbst draußen auf den Wiesen haben. Das sich die Massentierhaltung in Schweden nicht so durchsetzen konnte ist Astrid Lindgren zu verdanken: Sie kämpfte die letzten 20 Jahre ihres Lebens in der Politik für Tierschutz und artgerechte Haltung von Tieren und erzwang so von der Politik einen Volksentscheid.

"Massenweise Mücken": ja, es gibt natürlich diese Plagegeister, aber in kaum anderer Konzentration als hier in Deutschland. Jedenfalls im Süden von Schweden. Im weit entfernten Norden ist das dann aber anders.

"Das Jedermanns-Recht"
Die Schweden sind sehr naturverbunden, und haben daher ein weitaus größeres Umwelt-Bewußtsein als wir. Bis vor einigen Jahren war Schweden bekannt für absolute Sauberkeit in der Natur. Sicher durch die zunehmende „Globalisierung“ hat sich einiges zum Nachteil entwickelt, aber immer noch ist Schweden vergleichsweise sauber. Zu diesem Thema gehört auch das schwedische "Jedermanns-Recht" (Allemansrätten). Sie dürfen sich in der Natur frei bewegen, Pilze und Beeren sammeln, Übernachten im Freien, haben freien Zugang zu Gewässern usw. Aber es gehören auch Pflichten dazu, insbesondere das man pfleglich mit der Natur umgeht und keinen Abfall zurückläßt. Gerade dieser Punkt wird von Touristen oftmals nicht befolgt, was in der Bevölkerung nicht gut ankommt. Wenn Sie ein Picknick machen, nehmen Sie bitte Abfall und Reste wieder mit zurück, und stellen Sie auch bitte keine Müllsäcke in der Natur ab, wie es leider immer wieder vorkommt. Häufig sieht man an Waldwegen die bekannten "blauen bzw. grauen Plastiksäcke" stehen, wo gestern noch ein Wohnmobil stand.

Fast alle Familien in Schweden haben eine „Stuga“, das Sommerhaus in der Natur. Dort wird u. a. meist der Sommerurlaub verbracht, den fast alle Schweden im Monat Juli haben. Jeder schwedische Arbeitnehmer hat ein gesetzliches Anrecht auf einen zusammenhängenden vierwöchigen Urlaub im Sommer, was in Deutschland undenkbar wäre. Als Folge haben alle Industriebetriebe im Monat Juli geschlossen („Industri-Ferie“). Dazu passen dann auch die 10wöchigen Sommerferien für die Kinder. Dafür fallen die anderen Ferien des Jahres natürlich wesentlich kürzer aus.